Die Geschichte des Hohenasperg.
In vorchristlicher Zeit, um 500 vor Christus, war der Hohenasperg keltischer Fürstensitz mit einer Fluchtburg. Zahlreiche keltische Grabstätten in der näheren Umgebung sind so ausgerichtet, dass sie freie Sicht auf den Hohenasperg bieten, beispielsweise das große Hügelgrab bei Hochdorf an der Enz oder die Grabstätte an der Katharinenlinde bei Schwieberdingen.
Der Hohenasperg
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Asperg bereits im 5. Jahrhundert nach Christus, größere Bedeutung erlangte der Ort aber erst im 13. Jahrhundert mit der Gründung der bis 1909 selbständigen Stadt Hohenasperg. Ab 1535 wurde der Berg als Festung ausgebaut, die Bewohner wurden an den Fuß des Berges umgesiedelt.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg 1634-1635 von einer württembergisch-protestantischen Besatzung, verstärkt durch schwedische Truppen, gegen eine Belagerung durch kaiserliche Truppen verteidigt. Die Belagerung endete schließlich mit der Übergabe an die kaiserlichen Truppen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg ging die Festung wieder in württembergischen Besitz über. 1688 und 1693 wird die Festung durch französische Truppen besetzt, danach verliert sie ihre Bedeutung für die Landesverteidigung und wird Garnison und Staatsgefängnis.
Die Nutzung als Gefängnis ist dafür verantwortlich, dass der Asperg einem Bonmot zur Folge »Württembergs höchster Berg« ist: Es dauere nur fünf Minuten, um hinauf zu kommen, aber ewig um wieder herunter zu gelangen.
Der Dichter Christian Friedrich Daniel Schubart saß 1777-1787 als Staatsgefangener hier ein. Schubarts Schicksal vor Augen verfasste Friedrich Schiller sein Drama »Die Räuber« - und entging selbst der möglichen Festungshaft auf dem Hohenasperg durch Flucht nach Mannheim in der benachbarten Kurpfalz.
Seit 1894 befindet sich auf dem Hohenasperg ein Gefängnis für den zivilen Strafvollzug. Inzwischen ist dort das Zentralkrankenhaus für den Baden-Württembergischen Strafvollzug untergebracht. Der letzte prominente Häftling war Peter Graf, Vater der Tennisspielerin Steffi Graf, der 1995 einige Wochen im Haftkrankenhaus auf dem Hohenasperg verbrachte.


